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XX Beobachtungen aus China XX

... naja, vielleicht nicht das richtige China - vielmehr "nur" Shenzhen, die Grenzstadt 2 Stunden n?rdlich von Hong Kong... aber trotzdem schon eine ganz andere Welt.

1. In Shenzhens gr??ter Einkaufsmall gibt es kein einziges DVD-Gesch?ft. Daf?r springt hinter jeder Ecke ein Einheimischer hervor und ruft Dir sein aufdringliches "Hello Mister, cheap DVD, yes?!" entgegen. Kaum ist man ihn erfolgreich losgeworden, kommt eine neue Ecke und ein anderer Einheimischer angesprungen.

2. "No!", egal wie deutlich, egal mit wie vielen abwehrenden
Handbewegungen begleitet, bedeutet auf Chinesisch "Please continue yelling 'Yes Mister, cheap DVD, yes Mister' at me and please also follow me around wherever I go for at least 5 more minutes, because I might change my mind yet!".

3. Manche L?den verkaufen Meeresfr?chte, wie z.B. Krabben, Garnelen, Fisch etc. Andere L?den verkaufen Technik, wie z.B. Stereo Anlagen und Kameras. In China kann man auch beides gleichzeitig machen. Man muss nur aufpassen, dass die Krabben nicht in den CD-Teller kriechen.

4. Zwei Taxifahrer, denen man genau dieselbe Adresse gibt und bittet einander zu folgen werden Dich garantiert am jeweils entgegengesetzten Ende des Bahnhofes absetzen.

5. China stinkt.

6. Es gibt zwei M?glichkeiten, ein chinesisches Essen zu genie?en. Entweder isst man alles, was auf den Tisch kommt und fragt hinterher ja nicht, was das jetzt eigentlich leckeres war (Mystery Food!). Oder man fragt vorher und l?sst sich die Sachen zeigen. Danach isst man aber meistens in einem anderen Restaurant bestellt etwas anderes. Wir haben uns trotzdem f?r die letzte Variante entschieden und pl?tzlich stand der Koch mit a) einer lustig mit dem Kopf wackelnden Schildkr?te b) kleinen, ebenso lustig mit den Beinen zappelnden Fr?schen vor uns. Das dritte "Menu des Tages" fing mit D... an und h?rte mit ...og auf
:-(.

7. H?hnerf??e kommen in den besten Suppen vor.

8. Fragt man einen Chinesen, wie die Stra?e hei?t in der man gerade steht und bittet man ihn, einem diese doch auf der mitgebrachten Stadtkarte zu zeigen, wird er das in 9 von 10 F?llen nicht k?nnen...

9. ... daf?r wird er nichts unversucht lassen um Dir trotzdem zu helfen. Meistens bedeutet das, dass er vorbeigehende Einheimische anspricht, die zwar ebenso wenig Ahnung von ihrem Aufenthaltsort haben, sich aber liebend gern um Foreigners scharen und ebenso hilfreich weitere Passanten auf deren missliche Lage aufmerksam machen. Nach 15 Minuten hatten wir zwar immer noch keine Antwort, daf?r standen mittlerweile sieben Chinesen um uns herum und haben wild gestikulierend auf uns eingeredet.

10. Massieren k?nnen sie unglaublich gut und ausdauernd %-)

11. Wenn der Name des Massage-Parlors in lila blinkenden Neonr?hren geschrieben ist, die Masseusen Nummern tragen und die R?ume abgesperrt werden k?nnen... sollte man schon am Anfang deutlich machen, dass man tats?chlich NUR Lust auf die R?ckenmassage hat ... das erspart einige peinliche Momente am Ende der Veranstaltung :-).

12. Immigration nach Hong Kong ist kein Spass, die Einwanderungsbeamten
sind genauso freundlich wie der Durchschnitts-BGSler, der Stress mit
der Alten hat und am Sonntag zur Fr?hschicht nach Berlin Tegel muss.
Noch schlimmer ist es aber, wenn man direkt am Schalter einen
Hustenanfall bekommt... SARS liegt immer mal wieder in der Luft und die Krankenschwester mit Mundschutz und Thermometer lauert schon auf der anderen Seite der Grenze ... ist zwar nichts weiter passiert (just a cold, just a cold!), aber nerv?s wurde ich doch.

27.10.04 05:48


oder heute noch ... hier ist es ja fast morgen, wir sind 6 Stunden voraus.

Bei dem Baum handelt es sich um einen Wishing Tree ... man kauft eine Pergamentrolle mit einer Orange dran, schreibt seinen Wunsch auf das Papier und bef?rdert Pergament und Frucht in das Ge?st des Baumes. Wenn alles oben bleibt geht der Wunsch alsbald in Erf?llung.

Ein etwas ausf?hrlicherer Bericht.

Der Wishing Tree sieht so aus, als m?sste er tagt?glich Unmengen von W?nschen erf?llen. Bis auf die Krone sind die ?ste dicht beh?ngt mit den Orangen und Zetteln fr?herer Touristen. Das Zeugt scheint da einige Zeit h?ngen zu bleiben, wie die vergammelten Orangen und vergilbten Bl?tter andeuten. Aber was passiert dann? Bl?st der Wind
das weg?

Das Ritual um seinen Wunsch erf?llt zu bekommen ist zweigeteilt. Erst wirft man sein Wunschgeschoss ins Ge?st, dann bringt man die R?ucherst?bchen zum Altar am Fu? des Baumes um sich beim zust?ndigen Gott zu bedanken.

Wir standen dann unter dem Baum und haben voller
touistisch-?berschwenglicher Begeisterung mit viel Gequietsche versucht, unsere Orangen-Pergament-Geschosse m?glichst hoch in das Blattwerk des Wishing Trees zu katapultieren - denn je h?her, desto eher f?llt es einem der G?tter auf, desto eher geht der Wunsch in Erf?llung.

Besonders wichtig ist es aber auch die anderen Besucher des Wishing Trees im Auge zu behalten. Selbst die unteren ?ste h?ngen ziemlich hoch und nicht jeder Wurf ist von Erfolg gekr?nt. Da gab es z.B. die Einheimische hinter uns, die noch schlechter Zielen und Werfen konnte als wir und deren Orange nicht einmal in die N?he eines Astes kam, daf?r aber auf dem Weg nach unten haarscharf an Christinas Kopf vorbeizischte und mit einem lauten Platsch auf dem Asphalt aufschlug.

Auch auf Kinder scheint der Wishing Tree einen besonderen Reiz auszu?ben, vermutlich ist es die Kombination aus Sich etwas W?nschen und zugleich ungestraft mit Sachen um sich werfen zu k?nnen. Einige haben sehr tapfer versucht einen der ?ste zu treffen. Bei anderen hatte ich den Eindruck, als w?rden sie sich den vertikalen Umweg ersparen und ihre Fr?chte einfach direkt in die Menge schmei?en - zumindest wurde ich von einer am Bein getroffen, die garantiert nicht
von oben gekommen sein kann! Und wenn dann doch mal einer trifft kommt die gro?e chinesische Gemeinschaft wieder hervor, alle halten kurz inne, schauen entz?ckt auf die noch wild hin und her schwingende Orange im Ge?st und rufen laut Ahhh und Ohhh.

Besondes riskant, aber notwendiger Teil des Rituals ist danach das Abstellen der R?ucherkerzen. Der daf?r vorgesehene Altar ist direkt am Stamm des Baumes aufgestellt worden und befindet sich somit in dem Bereich, in dem die meisten Fehlg?nger und Querschl?ger enden. Da sah es auch aus wie ein Schlachtfeld - ich wusste gar nicht, dass Orangen so eine Sauerei machen wenn sie auf Asphalt zerplatzen. Ich fand es
durchaus lustig mit anzuschauen, wie einige Mutige, die
R?ucherst?bchen unter den Arm geklemmt, geduckt und im Zickzack ?ber den Platz hasteten und versuchten unbeschadet den Altar zu erreichen. Dort angekommen warfen sie ihre St?bchen in gerade noch akzeptabler Hektik in den Opfertopf, verbeugten sich rasend schnell (versuch dich mal geb?ckt zu verbeugen und gleichzeitig einer heranzischenden Orange
auszuweichen) um dann die Gefahrenzone umgehend wieder zu verlassen. Dann mussten wir selbst da raus...
19.10.04 17:45


Ein R?tsel aus dem Reich der Mitte...

... was hat es wohl mit dem Baum auf sich?
Gute Vorschl?ge hatte ich schon einige, die L?sung kennen die, die in ihrer Jugend keine Folge des Traumschiffs verpasst haben. :-)



Die Aufl?sung dann morgen.
19.10.04 14:05


Wong Tai Sin Tempel.

Wenn man in Hong Kong war, war man auch hier. Steigt man an der MTR Haltestelle Wong Tai Sin aus, steht man praktisch schon in einem der bekanntesten Tempel Hong Kongs - dem Wong Tai Sin Tempel. Der Legende nach war Wong Tai Sin ein Hirtenjunge aus China, der von einem Gelehrten lernte, wie man alle Krankheiten mit einem bestimmten Mineral heilen kann und sp?ter einen entsprechend gro?en Fanclub hatte. Erstmals 1915 errichtet wurde der Tempel 1968 abgerissen und wieder aufgebaut und z?hlt jetzt zu den am meisten frequentierten Tempeln f?r Buddhisten, Taoisten, Konfuzianer.

Der Einheimischen liebste Besch?ftigung im Tempel ist sich mit Hilfe von Wahrsage-St?bchen Gedanken ?ber ihre Zukunft zu machen. Die notwendige Ausr?stung kauft man an kleinen Kiosken am Rande des Tempels. In einer Schachtel befinden sich ca. 100 Bambusst?bchen mit verschiedenen Zahlen darauf. Damit kniet man sich vor die Gottheit seiner Wahl, bevorzugt da, wo die dicksten Rauchschwaden wabern, f?ngt an zu beten und sch?ttelt gleichzeitig die Schachtel mit den St?bchen. Nach einiger Zeit f?llt eins raus, man legt es zur Seite und wiederholt die ganze Prozedur bis man so f?nf oder sechs H?lzer zusammen hat. Damit geht man zu einem der vielen Wahrsager im Nebengeb?ude des Tempels der Dir f?r einen kleinen Obolus die ersch?ttelten Zahlen in kosmischen Kontext setzt und meist schwammige und somit stets zutreffende Vorhersagen abgibt.

Wenn man trotz allem Sch?ttelns und Wahrsagens dennoch mit seinem Schicksal hadert bietet es sich an, ein kleines Opfer zu erbringen - wiederum an den Gott seiner Wahl - die Chinesen sind da recht flexibel. Geopfert werden bevorzugt R?ucherst?bchen in rauen Mengen. Man kauft eine Handvoll beim Betreten des Tempels f?r 10 HK$ (1 Euro). Vor dem Haupthaus stehen kleine Tongef??e mit gl?henden Kohlen, an denen man seine R?ucherst?bchen - m?glichst das ganze B?ndel auf einmal - anz?nden kann. Dann stellt man sich vor einen Altar, betet, steckt eines der St?bchen in den daf?r vorgesehenen Krug, betet, steckt das n?chste St?bchen in den Krug usw. Im A-Ma Tempel auf Macau kommt noch eine sportliche Komponente dazu - A-Ma ist in den Felsen gehauen und erstreckt sich ?ber mehrere Ebenen bis zur Kuppe des am Meer gelegenen H?gels. Am Eingang kauft man auch hier die R?ucherst?bchen, muss dann aber Etappe f?r Etappe den H?gel erklimmen und an den Zwischenstationen jeweils ein St?bchen hinterlassen. Oben angekommen hat man dann gerade noch eines ?brig f?r den Hauptopfertopf.

Da man die Gunst der G?tter am besten mit m?glichst viel Rauch auf sich aufmerksam macht ist die Luft rund um den Wong Tai Sin Tempel durchsetzt vom Duft verschiedenster Gew?rze und Holzarten, was das Atmen gerade bei windstillem Wetter (also fast jeden Tag) f?r Nichtgl?ubige unertr?glich macht. Die griechisch - orthodoxen Christen (jedenfalls die, deren Kirche ich vor einigen Jahren besuchte) sind ?brigens auch so - verbrennen unglaublich viel Weihrauch w?hrend ihres Gottesdienstes. Nur schlagen die zus?tzlich noch auf kleine Trommeln ein und lassen Gl?ckchen l?uten - "smells and bells" wird das genannt.






19.10.04 17:08


"Experience demands expression"

John E. Smith "Interpreting across Boundaries" in "Understanding the Chinese Mind" by Robert E Ellison (Edt)
mittlerweile zum Gl?ck vergriffen.

Der Untertitel "The Philosophical Roots" h?tte mich abschrecken sollen, aber irgendwie kann ich an B?chern die mit "A Theory of...", "Structure of..." oder eben simpel "Understanding..." nicht vorbeigehen.

Mittlerweile zahle ich wieder bitter f?r meine anf?ngliche Begeisterung, es sind tats?chlich die philosophical roots, die von Philosophen erforscht werden. Deshalb streitet sich das Vorwort vielleicht auch auf 25 Seiten ?ber die Bedeutung des Begriffes "Understanding" und kommt nicht so recht vom Fleck... fein.

Zumindest habe ich mich ?ber den Satz "Experience demands expression" sehr gefreut.

Sehr passend, gerade jetzt, hier in Hong Kong. Vielleicht auch deshalb dieses Log.




17.10.04 16:57


s



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